100 Millionen in neue Straßenbahnen in Krefeld

Über 100 Jahre ist die Tram in Krefeld alt, aber sie gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Im Februar 2007 hatten die Stadtwerke Krefeld, die das Straßenbahnnetz der Stadt betreiben, bekannt gegeben, dass sie innerhalb der nächsten vier Jahre, also bis 2011, den Betrag von 100 Millionen Euro in die Tram-Linien investieren werden.

Neue Niederflurfahrzeuge für Krefeld

Die Hauptinvestition dieser 100 Millionen Euro floss in die Anschaffung neuer Niederflurfahrzeuge für alle Tram-Linien der Stadt. Die Fahrzeuge der Tram in Krefeld hatten zu diesem Zeitpunkt ein Durchschnittsalter von 35 Jahren und waren somit nicht mehr zeitgemäß. Ihre Energiebilanz, Sicherheitseinrichtungen, das Design und die Heizungs- und Belüftungsanlagen waren schlicht veraltet und neue Fahrzeuge waren deshalb nötig. Der wichtigste Unterschied war jedoch, dass die neuen Fahrzeuge sogenannte Niederflurfahrzeuge sind. Das bedeutet, dass ebenerdiges Ein- und Aussteigen möglich ist und das Erklimmen von 3 ziemlich steilen Stufen nicht mehr nötig ist. Die Tram wird damit für ältere Menschen attraktiver. Rollstuhlfahrern, Personen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck wird die Nutzung der Straßenbahn damit ebenfalls sehr erleichtert.

Veränderter Bedarf machte Investitionen nötig

Die Stadtwerke Krefeld hatten bereits im Jahr 2003 eine Studie in Auftrag gegeben, um die täglichen Nutzerzahlen für die kommenden Jahre vorherzusagen. Das Ergebnis der Studie sagte dabei für das Jahr 2010 eine tägliche Fahrgastaufkommen von 59000 Personen voraus. Tatsächlich nutzten aber bereits im Jahr 2007 täglich 65000 Fahrgäste die Straßenbahnen in Krefeld. Der tatsächliche Bedarf war also weit höher als der von der Studie vorhergesagte. Da man davon ausgehen musste, das sich dieser Trend in den folgenden Jahren noch verstärkt musste man größere Beträge in diesen Teil der städtischen Infrastruktur investieren. Natürlich ist dabei die Anschaffung einer komplett neuen Flotte an Fahrzeugen eine teure Investition, allerdings ist das System dieser Fahrzeuge für die nächsten Jahrzehnte gedacht, kann leicht ausgebaut werden und spart Strom-, Wartungs- und Reparaturkosten. Gleichzeitig haben die Stadtwerke Krefeld damit ein klares Bekenntnis für die Tram abgegeben und deren Fans, die weitere Streckenstilllegungen befürchtet hatten, beruhigt. Davon das sich die Investition ausgezahlt hat kann man sich heute leicht ein eigenes Bild in der Innenstadt machen.